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Schmuck & Material
Titan, Stahl, Gold — ehrlich verglichen
Was in deinem Körper abheilen soll, muss mehr können als hübsch sein. Hier liest du, welches Material wann das richtige ist — und warum die Antwort nicht die ist, die die Werbung dir verkauft.
Warum bei mir Stahl die erste Wahl für den Ersteinsatz ist
Millionen Chirurgen können sich nicht irren: Implantatstahl (316L und 316LVM) wird seit Jahrzehnten in der Medizin für Implantate eingesetzt — und genau dieses Material verwende ich bevorzugt für den Ersteinsatz. Der Grund ist unspektakulär und entscheidend zugleich: Kein anderes Material hat eine so glatte, feine Oberfläche. Und die Oberfläche ist es, die im frischen Stichkanal über eine ruhige Heilung mitentscheidet.
Titan dagegen behält selbst nach aufwendiger Politur winzige Furchen und Gruben — ein bequemer Platz für Keime, die Entzündungen begünstigen können. Auszugleichen wäre das nur mit sehr intensiver Reinigung, und die reizt das frische Piercing wieder. Deshalb sage ich es so klar: Für den Ersteinsatz ist Titan kein besserer Stahl — es ist die richtige Wahl für besondere Fälle, etwa bei einer ärztlich festgestellten starken Nickelallergie.
Dass Stahl überhaupt in Verruf kam, hat eine kuriose Geschichte: Eine EU-Richtlinie von 1994 verbot nickelhaltigen Erstschmuck pauschal — und übersah dabei, dass nicht der Nickel-Gehalt zählt, sondern was davon tatsächlich an die Haut abgegeben wird. 2004 hat die EU das korrigiert, seitdem ist Implantatstahl für den Ersteinsatz wieder ausdrücklich zugelassen. Die ganze Geschichte samt der Regeln, die heute gelten, habe ich dir im Nickel-Artikel aufgeschrieben.
Die Materialien im ehrlichen Vergleich
Alle vier erfüllen die gesetzlichen Nickel-Grenzwerte — sonst kämen sie mir nicht ins Studio. Der Unterschied liegt woanders: in der Oberfläche, im Gewicht auf dem Konto und im richtigen Zeitpunkt.
| Material | Seine Stärke | Ehrlich gesagt |
| Implantatstahl (316L/LVM) | Die glatteste Oberfläche von allen — und genau die entscheidet mit über eine ruhige Abheilung. Seit Jahrzehnten als Implantatmaterial in der Medizin bewährt. | Enthält Nickel — der aber durch die geschlossene Oberfläche praktisch nicht austritt. Warum das so ist, liest du in meinem Nickel-Artikel. |
| Titan | Sehr körperverträglich und praktisch nickelfrei — bei nachgewiesener starker Nickelallergie ein guter Weg. | Titan ist nicht gleich Titan: Es gibt mehrere Grade, und selbst poliert bleibt die Oberfläche feiner rau als Stahl — kleine Furchen, in denen sich Keime wohler fühlen. „Automatisch besser“ ist Titan deshalb nicht. |
| Gold (18 Karat) | Schön, edel, zeitlos — als echtes 18-karätiges Gold auch körperverträglich. | Sein Auftritt kommt nach der Abheilung. Und Finger weg von bloß Vergoldetem im Stichkanal: Die dünne Schicht reibt sich ab, und was darunter liegt, weißt du nicht. |
| Niob & PTFE (Kunststoff) | Niob ist ein ruhiger, verträglicher Verwandter des Titans. PTFE ist flexibel — praktisch, wo Bewegung oder Schwellung im Spiel ist. | PTFE ist nicht für jede Stelle geeignet — wo es passt, entscheidet die Anatomie, nicht der Katalog. |
Gold: gönn es dir — zum richtigen Zeitpunkt
Gold gehört zu den Materialien, die ich für abgeheilte Piercings gern sehe — echtes 18-karätiges Gold ist körperverträglich und einfach schön. In den frischen Stichkanal gehört es trotzdem nicht: Zum Abheilen bekommst du von mir geprüften Implantatstahl oder, wenn es Gründe dafür gibt, Titan.
Wovor ich dich ausdrücklich warne, ist vergoldeter Modeschmuck am frischen oder auch am abgeheilten Piercing: Die Goldschicht ist dünn, reibt sich im Stichkanal ab — und welche Legierung darunter zum Vorschein kommt, steht auf keinem Etikett. Wenn Gold, dann echt.
Auch in den Tagen und Wochen danach hatte ich keinerlei Folgeerscheinungen, wie Entzündungen, Blutungen oder ähnliches … nicht mal eine Rötung der Brustwarze. Das Piercing sieht aus, als sei es immer schon da gewesen.
Was Gäste mich zum Material fragen
Welches Material bekomme ich bei dir als Erstschmuck?
Im Normalfall geprüften Implantatstahl (316L/LVM) — steril verpackt, du siehst das am Indikatorband der Verpackung. Gibt es bei dir einen Grund für Titan oder PTFE, besprechen wir das vorher.
Ist Titan nicht grundsätzlich das beste Material?
Nein — das ist Werbung, keine Werkstoffkunde. Titan ist sehr verträglich, hat aber die rauere Oberfläche. Für den Ersteinsatz ist die Glätte des Implantatstahls der größere Vorteil; Titan ist die richtige Wahl, wenn deine Situation es verlangt.
Kann ich mit Piercing ins MRT oder CT?
Problematisch ist nur magnethaltiger (ferromagnetischer) Schmuck — Titan, PTFE und Acryl stören nicht. Grundsätzlich gilt: Bei Untersuchungen mit Röntgen oder MRT und bei Operationen den Schmuck vorher herausnehmen; er kann auf den Bildern auch etwas verdecken.
Woher weiß ich, dass dein Schmuck wirklich geprüft ist?
Frag mich — genau das darfst du bei jedem Piercer. Zu geprüftem Schmuck gehört ein Prüfnachweis über die Nickelabgabe; bei mir bekommst du die Antwort, bevor du sie stellen musst.
Unsicher, was für dich das Richtige ist?
Genau dafür ist die Beratung da — telefonisch, im Studio oder per Videomeeting. Die Schmuckauswahl gehört bei mir immer dazu.
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Damit ich mir ausreichend Zeit für dich nehmen kann, ist eine Terminvereinbarung unbedingt erforderlich.
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